Kampfkunst – Kampfsport Symposium 2013

Kampfkunst und Kampfsport in Forschung und Lehre 2013: Menschen im Zweikampf

Das Symposium und die Jahrestagung der dvs-Kommission Kampfkunst und Kampfsport am Institut für Sportwissenschaft und Sport, Einrichtung für Wissenstransfer und Evaluationsforschung – Bildung im Sport an der FAU Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg vom 7.-09.11.2013

Tipp: Tagungsbericht „Menschen im Zweikampf“

Das Tagungsthema:

Kampfkünste und Kampfsportarten zeichnen sich durch ihre enorme Vielschichtigkeit aus. Sie besitzen eine kaum fassbare Formen- und Stilvielfalt, werden von Kindern und Jugendlichen, Erwachsenen und Senioren aus unterschiedlichsten Motiven betrieben und konfrontieren Menschen mit zahlreichen, z.T. existentiellen Erfahrungen. Dass diese Vielschichtigkeit noch lange nicht aufgearbeitet ist, ist ein Fazit der letzten Jahrestagung in Hamburg. Die Hauptaufgaben der dvs-Kommission Kampfkunst und Kampfsport (i.G.) – Beschreiben, Erklären und Deuten aus allen sportwissenschaftlichen Perspektiven – bilden daher auch beim dritten Symposium die inhaltliche Basis. Mit dem Tagungsthema „Menschen im Zweikampf“ wird zudem ein geisteswissenschaftlicher Schwerpunkt gesetzt, wobei folgende Aspekte im Mittelpunkt stehen:

Die Vielfalt der Zielgruppen und Zugangsmotive in den Kampfkünsten und Kampfsportarten

Die pädagogischen Möglichkeiten und Grenzen der Kampfkünste und Kampfsportarten • Die „Meister“-Rolle in den Kampfkünsten/-sportarten 

Sehr abwechslungsreich wurde das Symposium gestaltet mit

  • –  Kurzvorträgen aus allen sportwissenschaftlichen Disziplinen, die sich mit Kampfkunst/-sport befassen,
  • –  mit Tischdiskussionen, die nach einem thematischen Kurzinput zu Problem- und Fragestellung erfolgte,
  • –  mit Praxis-Workshops, die sowohl Theorie als auch Praxis zum Inhalt hatten, in denen das gemeinsame Sich-Bewegen wesentlicher Bestandteil war
  • –  und moderierten Posterpräsentationen, mit kurzer Präsentation und Diskussion zu den jeweils dargestellten Inhalte

Was ist die dvs-Kommision

Die dvs Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaften wurde 1976 in München gegründet und ist ein Zusammenschluss der in Lehre, Forschung oder Praxis tätigen WissenschaftlerInnen. Sie ist die zentrale Vertretung der deutschen Sportwissenschaft.

www.sportwissenschaft.de. Sie gliedert sich in verschiedene Sektionen und Kommissonen. Eine der Kommissionen ist „Kampfkunst und Kampfsport“ www.dvs- kampfkunst.de.

Welche Verbindung besteht zwischen dvs-Kommission und DDQT

Als DDQT Mitglieder sind wir Mitglieder der dvs-Kommission, deren Gründung vor knapp 3 Jahren in Bayreuth beauftragt wurde.

In der Kommission sind die unterschiedlichsten Kampfsport-/ Kampfkunstarten vertreten, u.a. auch Karateka – hier gabe es zum Forschungsgegenstand „Faszination für Kampfkunst und Kampfsport“ erste Ergebnisse (siehe nachfolgenden Bericht: Faszination Kampfsport – Erste Ergebnisse einer qualitativen Studie am Beispiel Karate von Peter Kuhn und Sabrina Macht).

Im kommenden Jahr soll es weitergehen mit Erhebungen auch für Taijiquan. Über den DDQT haben wir gute Möglichkeiten eine hohe und sehr breite Beteiligung an der Befragung zu ermöglichen, wenn sich die entsprechenden Daten über die Kontakte zu den Mitgliedsorganisationen fortsetzen, zu den Gütesiegel-InhaberInnen, Lehrenden aller Stufen bis hin zu SchülerInnen und frisch Startenden in den Künsten.

Wie komme ich, Annette Deinzer, Vertreterin des Qigong und Taijiquan, Mitglied des DDQT, Vorstand im TQN zu diesem Symposium?

Zufall! – weil ich gerade mal um die Ecke wohne zu Erlangen und der DDQT eine VertreterIn dabei haben wollte. Ohne diese Fügung wäre ich nie so nah in Kontakt zu KampfsportlerInnen und KampfkünstlerInnen aus anderen Kampfsportrichtungen gekommen. Für mich eine interessante Erfahrung, die es sich lohnt, weiter zu pflegen.

Meine Erfahrung – mein Erleben:

Erstmal ging ich einfach ohne Erwartung und offen, was da auf mich zukommt, zu diesem Symposium. In der Ausschreibung stand viel von Kampfsport „Karate, Judo, Kämpen im Sportunterricht, Taekwando, Kämpfen lehren im polizeilichen Kontext“, aber auch „Ringen und Raufen in der Schule, pädagogische Lehrqualität verbessern“, sowie „Kämpfen für die Gesundheit, Faszination Kampfsport, im Zweikampf mit sich selbst – eine waffenlose südindische Form“.

Angetan war ich von der Offenheit aller Teilnehmer, die aus den unterschiedlichsten Kampfsportformen kamen; von den Referenten und deren Vorträgen und Workshops, die Ihre Erkenntnisse, Studien und Ihr Wissen mit uns teilten; die Sie mit viel Engagement und wie ich empfand auch mit Herzblut vor Ort wie z.B.an den Schulen, in den Vereinen durchgeführt hatten, fundiert auf wissenschaftlicher Basis für das Symposium aufbereitet und vorbereitet hatten.

Themen, die auch uns im DDQT regelmäßig begleiten, wie z.B. Qualitätssicherung oder Standards für den Lehrenden sind ebenso in den anderen Kampfsport- /Kampfkunstverbänden relevant.

Die einzelnen Tagungsthemen findet ihr im anhängenden Tagungsbericht. Wie zu jedem Symposium wird im Sommer 2014 der offizielle Tagungsband mit Beiträgen aller Referenten erscheinen. Die bisherigen Bände von 2011 und 2012 und Veröffentlichungen von Kommissionsmitgliedern zum Thema findet ihr hier: http://www.sportwissenschaft.de/index.php?id=1601

Ich gebe hier nur einige Themen weiter, die mich persönlich besonders angesprochen haben.

Die „Meister/in-Rolle“ in den Kampfkünsten/-sportarten –
d
er Eröffnungsvortrag von Prof. Dr. Matthias von Saldern

Ist es der Mensch, der etwas lernt und gemäß den Handwerkszünften nach einer gewissen Lehrzeit mit Prüfung zum Meister wird. Oder derjenige, der sich auf die Wanderschaft begibt und von verschiedenen Meistern/Meisterinnen lernt, um dann selbst zum/r MeisterIn zu werden. Oder können wir auch einfach sagen, es ist der/die Trainerin, der LehrerIn, ein/e Experte/Expertin, ein Vorbild, oder eben jemand der in seinem Fach eine Meisterschaft gewonnen hat.

In Deutschland und Europa hat sich Meister eben durch das Handwerk, zu dem auch der „Fechtmeister“ zählte etabliert. Im früheren chin. Kontext war die Erfahrung und wie

lange der Meister seine Kunst lernt und lebt im Vordergrund. Eine Graduierung war nicht so wichtig.

Im Kampsport und der Kampfkunst, so empfand ich das Fazit, sollten wir in der Verwendung mit „MeisterIn“ bescheidener werden. Ein guter Lehrer begleitet seine Schüler, lässt Gunst und Fürsorge walten, so dass beim Schüler Vertrauen entstehen kann. Die Persönlichkeitseigenschaften von LehrerIn/MeisterIn sind wichtig, damit kein Missbrauch entsteht und das SchülerIn/LehrerIn Verhältnis auf gesunder Basis sich entwickelt.

Kompetenzen von Lehrern in gesundheitspädagogischen Arbeitsgebieten am Beispiel trad. Taekwon-Do von Björn Pospiech

Präventions- und Gesundheitsförderungsprogramme werden oftmals aus Medizin und Psychologie heraus entwickelt und von verschiedenen Berufsgruppen im Schnittfeld von Gesundheits- und Bildungssystem durchgeführt. In diesem Zusammenhang wurde untersucht, welche Kompetenzen Präventionslehrer haben und wie diese erlangt wurden.

Exemplarisch wurden Schullehrer des Suchtmittelpräventionsprogramms Rebound und Schulleiter der Kampfkunst Traditionelles Taekwon-Do hinsichtlich ihrer Ausbildung und Überzeugung untersucht. Eine qualitative Befragung soll Aussagen über Kernkompetenzen der Präventionspraktiker sowie die Selbstreflexionskultur der beiden Personengruppen liefern. Die Auswertung erfolgt kategoriebasiert und wird durch das Tabellen-Verfahren von Miles and Huberman (2007) unterstützt.

Insgesamt wurden 20 Praktiker (10 Suchtmittelpräventionslehrer und 10 Kampfkunstschulleiter) befragt und analysiert, die über theory-based sampling kontaktiert wurden.

Vorläufige Ergebnisse Die Aussagen beider Lehrergruppen zeigen, wie wichtig sowohl praktische Erfahrung als auch eine professionelle Ausbildung sind. Während die Kampfkünstler von einer weitestgehend autodidaktischen Herangehensweise bezüglich pädagogischer und gesundheitlicher Themen berichteten, bemängelten die studierten Pädagogen einen Mangel an Praxis während der Ausbildung. Aus dem Zusammenschluss der Aussagen beider Gruppen wurde ein erstes Modell für das Kompetenzkonstrukt gesundheitspädagogisch arbeitender Pädagogen erstellt, in dessen Zentrum ihre Rolle als in dessen Zentrum ihre Rolle als „vorbildliche Respektperson“ steht, die sich als Mentor/Lernbegleiter sieht und Lebenskompetenz vermittelt.

Pospiech, B. (Eingereicht: 2012). Kompetenzerwerb und -förderung bei Lehrern in der Gesundheitspädagogik, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg: Dissertation

Darüber hinaus wurde zum gleichen Thema eine Tischdiskussion geleitet mit dem Thema „Kämpfen für die Gesundheit – bedeuten Kampfkünste einen Mehrwert für die Gesundheit“.

Für mich sehr überzeugend war die Haltung von Björn Pospiech, Taekwon-do unter dem Gesichtspunkt der Gesundheitsförderung, und damit ohne Körperkontakt, zu unterrichten, d.h. für ihn „im Zweikampf 1-2 cm vorher stoppen“, um Verletzungen nicht entstehen zu lassen und die Gesundheit des Trainingspartners nicht zu gefährden.

Faszination Kampfsport – Erste Ergebnisse einer qualitativen Studie am Beispiel Karate von Peter Kuhn und Sabrina Macht

Ausgehend von einer Dissertation von Meyer, M.J. (2012). Motive im Shotokan-Karate: eine qualitative Studie. Hamburg: Kova, in der u.a. die Frage gestellt ist „Worin liegt für Shotokan-Karateka die Faszination des Karate?“ 2012, S. 102). Die qualitative Inhaltsanalyse seiner Interviewstudie mit einem diversifizierten Karatekapool führt ihn zu vier „Achsenkategorien der Karate-Faszination“: Seine Interviewpartner sind fasziniert „von Kampfsportfilmen“, „von der Vielseitigkeit im Karate“, „von der Theorie dahinter“ und „von der Bewegung“ (S. 226). Diese Faszination war mehrheitlich mediengeneriert und eher auf Kampfkunst als Bewegungsfeld gemünzt als auf spezielle Systeme wie Karate, Taekwondo etc.“ (S. 225). Meyer schreibt weiter: „Faszination wurde von aktiven Probanden aber auch oft mit ihrem wichtigsten Trainingsmotiv oder -motivbündel gleichgesetzt. Dieses Faszinationmuster kann damit pauschal mit allen beschriebenen Motiven gleichgesetzt werden. Als Faszinationsursachen wurden außerdem u.a. die körperlich-geistige Anforderungsvielseitigkeit, Spiritualität, Karatetechnikeigenschaften und -ausführung angegeben“ (S. 226).

Die Erkenntnis Meyers, dass „Faszination“ ein „dominierendes Motivbündel“ (S. 223) für das Aufnehmen und Beibehalten einer Kampfsportaktivität bilden kann, stellt den Ausgangspunkt einer breit angelegten Studie in Kooperation zwischen Mitgliedern der dvs-Kommission Kampfkunst und Kampfsport dar. Diese Studie wiederum bildet eine der beiden Schienen der gemeinsamen Forschung zur Aufklärung des Phänomens und der Faszination von Kampfkunst und Kampfsport in Deutschland.

Im Vortrag wird die Pilotstudie vorgestellt. Es handelt sich um eine offene Online- Befragung von Karateka des Deutschen Karate Verbands. Den Ergebnissen liegen die schriftlichen Äußerungen von 195 Erwachsenen und 30 Kindern/Jugendlichen zugrunde. Diese Äußerungen wurden qualitativ inhaltsanalytisch ausgewertet und im Team konsensual validiert.

Es zeigt sich ein im Vergleich zu Meyer erheblich stärker differenziertes Bild der „Karate- Faszination“.

Faszinationsmomente sind neben den von Meyer gefundenen u.a. die Passung für jedermann, die Möglichkeit des lebenslangen Lernens, die Ästhetik der Kata, die Gemeinschaft, die Möglichkeit der Selbstverteidigung, die Verbindung von Körper und Geist, die Wirkungen auf Gesundheit, Fitness und Vitalität, der Kampf an sich, das Streben nach Perfektion, die Stärkung des Selbstwerts, die Bedeutung für die Selbstfindung und die Persönlichkeitsentwicklung, die Philosophie und deren Erscheinungsformen, z.B. in der Etikette.

Es kann der vorläufige Schluss gezogen werden, dass sich die schriftliche Online- Befragung eignet, ein differenziertes Bild der Kampfsport-Faszination zu erheben. Deshalb sollen Aktive in anderen Kampfsportarten und -künsten mit demselben Instrument befragt werden. Ein abschließendes Bild der Kampfsport-Faszination in Deutschland kann gezeichnet werden, wenn sich eine kategoriale Sättigung einstellt.

Literatur

Meyer, M.J. (2012). Motive im Shotokan-Karate: eine qualitative Studie. Hamburg: Kova.

Heterogenität und Parzellierung – Über die Schaffung von Standards bei der Trainerausbildung im Kung Fu von Jan H. Winter

Viele verschiedene chinesische Kampfkunstsysteme werden in Deutschland unter den Bezeichnungen „Kung Fu“ bzw. „Wushu“ angeboten. Diese Systeme sind, was Techniken und Strategien anbelangt, oft sehr heterogen. Auch ist bisher kein Verband der chinesischen Kampfkunstsysteme Mitglied im Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB). Dies sind einige Gründe dafür, warum es bisher für Trainer der chinesischen Kampfkunstarten weder einheitliche Qualitätsstandards noch festgelegte Mindestanforderungen gibt. Jeder Bundesbürger kann theoretisch „Kung Fu“ unterrichten. Die tatsächlichen Qualifikationen der Meister, Lehrer und Trainer im Bereich der chinesischen Kampfkünste sind daher sehr unterschiedlich.

Auf der anderen Seite sind auch die Motive der Übenden äußerst vielfältig: Gesundheitsförderung, Wettkampfsport, Selbstverteidigung und Spiritualität sind nur einige häufig von Anfängern genannte Beweggründe, die – allein oder in Kombination – Interesse an Kampfkunst auslösen können. Auch wenn die genaue Motivation der Übenden nicht immer leicht zu erkennen ist, so scheint es, dass gerade die Vorbereitung auf eine ernsthafte Kampfsituation (und die damit verbundene Schaffung der dafür notwendigen physischen und psychischen Voraussetzungen) bei sehr vielen Übenden der chinesischen Kampfkünste nicht im Mittelpunkt ihres Interesses steht. Nur

so ist zu erklären, warum in einer beträchtlichen Anzahl von Stilen auf Kampftraining und Vollkontakt-Wettkampf vollständig verzichtet wird. Dennoch verbindet die meisten Übenden zumindest die Vorstellung, ihre Ziele durch das Erlernen einer Jahrhunderte alten, ganzheitlichen Kampfkunst zu erreichen.

De facto konzentriert sich der Großteil der Praktizierenden jedoch im Training lediglich auf jeweils nur einen Teilaspekt dieser Kampfkunst.

Das Ziel dieses Beitrages ist es, zunächst exemplarisch einige der häufigsten Zugangsmotive kurz zu analysieren und aufzuzeigen, inwieweit diese Motivationen Auswirkungen auf die Unterrichtsgestaltung haben. Danach wurden anhand von zwei Kung Fu-Stilen kurz die unterschiedlichen Herangehensweisen und Grundprinzipien chinesischer Kampfsysteme aufgezeigt, um die Schwierigkeiten bei der Schaffung von einheitlichen Standards zu erläutern. Basierend auf diesen Überlegungen wird die Frage diskutiert werden, inwieweit diese Diversifizierungen auf Schüler- und Lehrerseite die Schaffung vergleichbarer Standards bei der Qualifizierung von Kung Fu-Trainer beeinflussen, um abschließend einen möglichen Lösungsansatz vorzustellen, zu erhalten.

Praxisworkshop: „Im Zweikampf mit sich selbst“- Waffenlose Formen im südindischen Kaarippayaṯṯ mit Gero Goroncy, Universität Hamburg, Sutra Hamburg

Formen sind in vielen Kampfkünsten und -sportarten verbreiteter Trainingsinhalt. Als Trainingsmethode dienen Formen dazu komplexe Bewegungsabfolgen, zentrale Bewegungselemente zu üben und erwünschte konditionelle Trainingsziele zu erreichen. Ein Mittel ist den Formen inhärent, das der Vereinfachung. Denn bei Formen sind die vielfältigen situativen Einflüsse, die während eines Kampfes auftreten können, minimiert (z. B. wird allein oder mit einem Formen-Partner in einem gemeinschaftlichen Gegeneinander trainiert, es herrscht eine gleichbleibende Raumstruktur, es bestehen keine Wahlmöglichkeiten, sondern sehr enge Handlungsvorgaben). Als weiteren Sinn von Formen wird auch das Verschleiern von kampftauglichen Bewegungen genannt (vgl. u. a. Winter, 2013, S. 145).

Formen erhalten ihre Bedeutung aber auch aus der Ursprungskultur der traditionellen Kampfkunst. ka arippaya steht mit seinen Formen und deren abstraktmartialischer Symbolsprache in einem Zusammenhang mit den Choreographien der klassischen indischen Tanzstile (vgl. Zarilli, 1998, 201-214). Es werden u.a. iva und akti Formen unterschieden. Sie stellen jeweils einen Aspekt des Gottes iva in den Mittelpunkt. Er ist u. a. Tänzer, Asket und Zerstörer der Welt. akti ist seine Gemahlin oder die ihm innewohnende Kraft (vgl. Zimmer, 1981, S. 152-165).

Ziel dieses Praxis-Workshops war das Erlernen der ersten iva-Form. Dazu weden 7

Geschichten und Bilder mit Sequenzen der Form verknüpft werden. Den Teilnehmern hilft dies, die abstrakten Bewegungen leichter zu erlernen und es gibt gleichzeitig die Möglichkeit, diese in den Kontext des originären Bedeutungshorizont zu stellen.

Der Workshop wollte auch das Formentraining in die Zweikampfdiskussion einbringen. Im Sinne eines „Zweikampfes mit sich selbst“ wird der oder die Trainierende dabei auf sich selbst zurückgeworfen. Und er oder sie hat die Aufgabe sich mit der Form, ihrer Umsetzung und den eigenen Schwächen zu beschäftigen und darüber in der Form zu meditieren.

Fragen, Anregung, Diskussion für den DDQT und uns Mitgliedern

Es stellt sich u.U. bei uns Mitgliedern die Frage: Ist es wichtig und richtig, unsere Kampfkünste mit wissenschaftlichen Untersuchungen zu fundieren? Welche Ziele ergeben sich daraus? Sind Wissenschaft und Studien förderlich für das breite Spektrum der Kampfkunst Taijiquan?

Diese Fragen stelle ich zum Ende dieses Berichts in die Runde. Eine Diskussion darüber ist es auf alle Fälle wert!

Autorin: Annette Deinzer www.bewegungs-art.net Taijiquan-Lehrerin des DDQT Qigong-Ausbilderin den TQN

 

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