Vorläufige Ergebnisse
Stand 23.02.2026.
Konsens:
- Das Thema ist für den DDQT überlebenswichtig
- Jugendliche und Kinder benötigen einen anderen thematischen Zugang als Erwachsene (spielerisch, bildhaft).
An den direkten Bedarfen der Jugendlichen ansetzen. - Möglicher Ansatz für den DDQT: Lehrer- oder Multiplikatorenausbildung
Erfahrungen zur Arbeit mit Kindern:
- Sabine Schreiner:
- WebSite: https://www.schreiner-qigong.de/buecher-medien
- Video: https://www.youtube.com/watch?v=xy_nKXI_xkc
- Video: https://www.youtube.com/watch?v=xy_nKXI_xkc&list=PLyM6vImiR5eW05p2QXxLR0Q9robzGVxya
- Video: https://www.youtube.com/watch?v=GyuRtYZydkk–
- Video: https://www.youtube.com/watch?v=9KUVj1cS5dM&t=5s
- Video: https://www.youtube.com/watch?v=lSkkZqoLCO0&t=13s
- Norbert Heinrich, Dietlind Zimmermann
- Buch: Kinder in Balance (2024)
https://tqj-shop.de/shop/buecher/qigong-buecher/kinder-in-balance/ - Video: https://www.youtube.com/watch?v=indw0FkRu6I –
- Buch: Kinder in Balance (2024)
Weiterer Bedarf für Austausch, Diskussion und die Gestaltung gemeinsamer Arbeit:
- Zusammenstellung geeigneter Bewegungsfolgen
Ausblick
- Seminarthema?
- Arbeitsgruppe?
- Bei Interesse an einer Mitwirkung bitte Nachricht an: a.beil@ddqt.de
Qigong und Taiji (Tai Chi) sorgen für mehr Ausgeglichenheit unter Kindern und Jugendlichen.
In einer Welt, die für Kinder und Jugendliche immer schneller, digitaler, oft auch unsicherer (Kriege, Corona) und stressiger (Leistungsdruck, Scheidung der Eltern) wird, wirken die jahrtausendealten Übungssysteme aus China wie ein wunderbarer Gegenpol.
Qigong und Taiji sind Werkzeuge zur Stressbewältigung, die junge Menschen ihr ganzes Leben lang nutzen können, gerade auch dann, wenn Beeinträchtigungen oder Störungen wie ADHS vorliegen.
Allerdings sorgen sie nicht automatisch für Ruhe – sie sind vielmehr ein Angebot zur Selbsthilfe. Damit sie wirken, sollten sie in einer Sprache vermittelt werden, die die Lebenswelt der Jugendlichen abholt, ohne den meditativen Kern zu verlieren.
Ausgeglichenheit und innere Balance sind jedoch keine statischen Zustände, sondern ein dynamisches Gleichgewicht. Für Kinder und Jugendliche bedeutet dies, dass in unserer „kopflastigen“ Welt (Schule, Gaming, soziale Medien) die Aufmerksamkeit auch auf unseren Körper gelenkt werden muss. Beim Unterrichten von Kindern und Jugendlichen sollte Entspannung („Yin-Aspekt“) aber nicht die alleinige Antwort auf unseren „Yang-lastigen“ Alltag sein, sondern es gilt, die Unterschiede kennenzulernen und in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen.
Taiji und Qigong bieten gerade hierfür eine Vielzahl an Übungen und Methoden, um die Kinder und Jugendlichen anzusprechen und abzuholen. Dabei gilt es, durch Vielfalt und Spaß die Kinder und Jugendlichen an ein regelmäßiges Training zu gewöhnen und den schnell einsetzenden Langeweile-Faktor zu besiegen.
Volle Unterstützung! Nur: Warum sind die harten Kampfkünste, die kriegerische Effektivität suggerieren, hier so erfolgreich? Taiji und Qigong aber nicht? Die Kids, die von Kampfkunst angezogen werden, fühlen sich schwach und möchten durch körperliches Training an Selbst-Vertrauen gewinnen. Die Übertragbarkeit von weichen, flexiblen, gewaltfreien Prinzipien könnte bei Taiji und Qigong wesentlich effektiver sein. Zumal Taiji von relativ schwachen Personen entwickelt wurde, die sich gegen hochgerüstete und lang-trainierte Räubern wehren wollten. Deshalb lägen Taiji und Qigong näher an den (friedlichen) Grundbedürfnissen der Kinder. Geeignete Partnerspiele aus unserem Kontext könnten ihnen natürlicher Bewegungskunst besonders spielerisch einfühlsam vermitteln. Wir können aus einem großen Reichtum von Körperkompetenz und achtsamer Bewegung schöpfen, müssten aber, um Kinder und Jugendliche wirklich zu erreichen, intensiv daran arbeiten, um Neues zu entwickeln. Wir müssten Spiele und Module sammeln, gestalten, systematisieren und bündeln, um Kind-gerechte Angebote zu entwickeln – die dann in vielen einzelnen Schulen angeboten (und beworben) werden könnten. Wenn sich daran Interessierte zusammenfinden würden, wäre ich gern dabei.
Noch ein Aspekt: Bildung (als körperlich-psychologische Entwicklung) steckt in der Krise. Das Überangebot fertiger Lösungen (Medien, Ki etc.) be- oder verhindert Selbst-Denken. Das Gehirn als ungetrennter Teil des Bewegungssystems wird bei Mangel an Bewegungs-Feedback-Signalen in seinen Funktionen abgebaut (und schließlich auch in der Substanz). Das ist vielfach beobachtet bei primitiven Lebewesen (Korallen, Würmern), die sich nach mühsamem Kriechen irgendwo endgültig festsetzen, und die dann als Erstes ihre Nervenzellen verdauen. In unserem Familienprojekt simbav.de sehen wir zunehmend körperlich-psychische Aufmerksamkeitsdefizite (z.B. Unfähigkeit Märchen anhören, die länger dauern als 5 Minuten, oder irgendetwas konzentriert aus Bauklötzen zu bauen …). Und ebenso bei vielen einen Mangel an körperlicher Grundkompetenz (Rückwärtsgehen, Hüpfen, Einbeinstand …) Der seit 2019 verstärkte Leistungsrückgang bei Mathematik und Naturwissenschaften (https://overton-magazin.de/dialog/im-gespraech/studierunfaehig-mit-abi/) erklärt sich u.a. auch damit, dass Kleinkinder mit allen Sinnen und allen erdenklichen Bewegungen tausende von Gegenständen an- und erfassen müssen, bevor sie eine Menge bilden können (z.B. „Ball“). Wenn sie nur viele ähnlich aussehende Muster auf einem Bildschirm sehen, können sie das nicht. Die Folgen erkennt man später in der Uni. Denn die in der Schule trainierte Hauptkompetenz ist, eine Institution erfolgreich zu durchlaufen: durch Wiederkäuen und Ausspucken vorverdauter Information. Datenmengen durchforsten und „Zuvor von irgendjemandem gesagtes oder aufgeschriebenes“ formal perfekt wiedergeben, kann aber jede KI besser. Vor einem halben Jahrhundert warnte der Verhaltensforscher Lorenz vor der „Verhausschweinung oder Verdeichschafung“ des Menschen. Er hatte gemessen, dass Wildtiere ein um ein vielfach effektivere Hirnkompetenz (und Hirnmasse) verfügen als ihre doofen Verwandten im Stall. Der Philosoph Grünewald spricht von einer „allgemeinen Verblödung“, und rät engagierten Eltern und jungen Menschen zu selbstorganisiertem Lernen: https://selbstorganisierte-bildung.de. Der Hirnforscher Gerald Hüther, der sich Jahrzehnte für einen Paradigmenwechsel der Bildung engagierte, resigniert („Ich gebe auf“ https://www.youtube.com/watch?v=eVU1Zsa7f-M). Ich bin da weniger pessimistisch. Denn in einigen anderen Kulturen scheint man das zugrundelegende Problem besser zu verstehen (https://www.medizinisches-coaching.net/coach_arzt_bewegungslehrer/gastbeitraege/klaus-hornetz.html) Auch in Deutschland gäbe es eine Chance bei einer Revolution körperlicher-geistiger Entwicklung (neudeutsch Embodiment) besonders bei Klein-Kindern bis jungen Menschen. Neudeutsch nennt sich diese Idee: Body turn. Um KI als Werkzeug handhaben zu können (also nicht nur Käfig, Gefängnis, Fußfessel oder Handschelle) muss man ganz-körperliche, natürlich-gelassene Bewegungskunst trainieren, die alle körperlichen Sinne und psychologischen Funktonen dynamisiert und entwickelt. Für Taiji- und QiGong-Erfahrene bieten sich hier unendlich viele Möglichkeiten. Anders als zielorientierten Leistungssportlern, die im Kampf gegen irgendetwas Kraft mit Gegen-kraft beantworten müssen. Denn das werden die Kampfroboter bald besser erledigen. Wenn wir die Gelegenheit, die sich uns hier bietet, nicht nutzen: Wer dann? Helmut
Hallo Helmut, es ist immer wieder schön, wie du viele Sachen und Bereiche zusammenbringst. Und natürlich hast du Recht.
Es lohnt sich zu analysieren woran es liegt, dass Taiji noch wenig bekannt ist und bei Kindern und Jugendlichen einen nicht sehr guten Ruf hat. Sie lieber die harten Kampfkünste vorziehen. Da gilt es das Image aufzubessern und aus dem Reha- und Alten- Gesundheitsbereich zu befreien. Und es braucht ein spezielles Herangehen: angepasstes Tempo, mehr Dynamik, an die jeweilige Zielgruppe und Alter angepasst. Taiji gilt erstmal als langweilig für Jugendliche. Es ist wie in China, die Jungen wollen nicht das machen was die alten im Park üben. Patrick, mein Lehrer, bietet in Shangahai seinen Unterricht für junge Chinesen an. Das macht sich im Tempo, der Sprache, entsprechendem Medienauftritt etc… bemerkbar. Und es klappt.
Ich bin gerne dabei an kindgerechten Angeboten mitzuwirken.
Norbert
Ich unterrichte Kinder in Qigong und Taiji seit 2008 in privaten Gruppen, in Kindergärten und Schulen. Wenn man Taiji und Qigong Kindern spielerisch und in einem für sie spannenden Kontext vermittelt, dann ist meine Erfahrung, dass die Kinder immer mit Freude dabei sind. Ein Kontext lässt sich durch die Anregung ihrer Phantasie und durch Geschichten und kleine wettstreitende Spiele schnell herstellen.
Dass selbst ein 6-wöchiges Qigong Programm bei Kindergartenkindern einen positiven Wiederhall zeigt, konnte ich in einer Studie (2008 bis 2010) zusammen mit der Universität Karlsruhe belegen.
https://www.schreiner-qigong.de/wp-content/uploads/Qigong-im-Kindergarten-Schreiner-hub2010_30.pdf
Ich möchte anmerken, dass die Art und Weise wie man Kinder unterrichtet auch für Erwachsene und ältere Menschen eine Bereicherung ist.
Ich denke, dass viele Kinder und Jugendliche ein falsches Bild von Taiji und Qigong haben. Dies gilt es zu ändern.
Ein anderer Aspekt ist, dass Erwachsene bereit sein müssen Kinder unterrichten zu wollen. Ja, es kann anstrengend sein und man braucht Idealismus hierfür. Aber mit einigen didaktischen Anhaltspunkten könnte man hier Kursleitern die Angst nehmen, sich an Kinder zu wagen.
Auch ich wirke gerne bei kindgerechten Angeboten mit.
Sabine
Ein wichtiges und spannendes Thema mit wichtigen von Euch erwähnten Aspekt. Es gehört übergeordnet in das Themenbild neue Zielgruppen.