Eine Zusammenfassung von Sarah Kullik
Ist es möglich, innerhalb eines Wochenendes das Licht der inneren Organe zu aktivieren, das myofasziale System zu trainieren und die Rolle des Atems im stillen Sitzen und der bewegten Meditation zu beleuchten? Kann außerdem Gesundheits-Qigong praktiziert, Push Hands erprobt und Tai Chi Chuan traumasensibel unterrichtet werden?
Ja! Wie das möglich ist, erfahren Sie hier.
Quellen sind Orte des Auftankens, der Verbindung mit den Kräften der Natur, sie laden uns zum Verweilen ein. Der Ort der Quelle war beim diesjährigen Verbandstreffen, zu welchem unter obiger Überschrift vom Vorstand und dem Organisationsteam eingeladen wurde, die Tai Chi Schule von Uwe Kroggel in Langenfeld. Sie bot die optimalen Grundvoraussetzungen für dieses bereichernde Event. Neben einer Vielzahl unterschiedlicher Übungsräume gab es zusätzlich die Möglichkeit, in dem dazugehörigen Park mit freien Rasenflächen, altem Baumbestand und einem kleinen Pavillon zu üben, zu sitzen oder auszuruhen. Als Ausrichter waren Uwe Kroggel und Katja Möller von der herzlichen Begrüßung über die gemeinsame Feier am Samstagabend bis zur Verabschiedung am Sonntag immer zur Stelle und sorgten so von Anfang an für eine Atmosphäre, in der sich alle Teilnehmer*innen wohl fühlten.
Bei der Vorstellung der Referent*innen zu Beginn des Treffens sprach Zuzana Sebkova-Thaller von der Möglichkeit, durch die Übungen des Chan Mi Gongs einen wunderbaren Garten vielfältigster Pflanzen im Inneren gedeihen lassen zu können. Dieses schöne Bild passt zu den beiden sonnigen Junitagen, denn es war, als könne man sich bei jedem Vortrag, bei jedem Workshop einen Samen für den eigenen Garten mitnehmen oder Impulse erhalten, wie bereits vorhandene Blumen noch nachhaltiger gepflegt werden könnten.
So übten wir beispielsweise unter Natalyia Urbans tiefgehender Anleitung, das Licht der inneren Organe zu aktivieren (Wuxing). Christian Auerbach erklärte mit Beispielen aus der Architektur aufs Anschaulichste, wie sich der Körper über Bewegung, Haltung und Qi-Fluss regulieren kann und ging dabei vertieft auf das myofasziale System ein. Mit anschließenden entsprechenden Übungen konnte das neu erworbene Wissen direkt erprobt werden. Klemens Speer führte in die Atemtechnik der daoistischen Meditation Zuowang ein und Gabriela Mai lehrte Gesundheits-Qigong unter freiem Himmel. Erhellend war auch der Vortrag von Helmut Jäger, der mit Hilfe unterschiedlicher Beispiele die evolutions- und neurobiologischen Grundlagen der Stressreaktion, welche vom Stammhirn gesteuert wird, erklärte. Im anschließenden Workshop übten wir, mit welchen Methoden das Stammhirn beruhigt werden kann, so dass der Raum zwischen Reiz und Reaktion auch in herausfordernden Situationen genutzt werden kann. Außerdem erläuterte Hans-Ulrich Riedel die fünf Wandlungsphasen im Tai Chi Chuan und vertiefte diese ebenfalls in einem Workshop.
Neben den zahlreichen Angeboten in Präsenz gab es auch Vorträge, die durch Zuschaltung der Referenten ermöglicht wurden. Henrik Jäger beispielsweise referierte zum traumasensiblen Anleiten des Tai Chi Chuans, Wang Nings Thema war „ Dong Jing gang rou“ – ein Vortrag über die Begriffspaare wie Bewegung-Stille, hart-sanft. Da das Angebot an Möglichkeiten so groß war, lagen manche Veranstaltungen parallel, so dass man als Teilnehmer leider die Qual der Wahl hatte. Da aber alle Veranstaltungen qualitativ so hochwertig waren, konnte eine Entscheidung immer nur „die richtige“ gewesen sein!
Am Samstagabend wurde, ebenfalls auf dem Gelände der Tai Chi Schule, gemeinsam gefeiert. Dies ermöglichte ein persönliches Kennenlernen, es wurden Kontakte geknüpft und Interessenschwerpunkte ausgetauscht. In diesem Rahmen wurde auch Christian Auerbach für seine langjährige Vorstandsmitgliedschaft gedankt.
Am Sonntagmorgen lud Zuzana Sebkova-Thaller zu einer praktischen Einführung ins Chan Mi Gong mit dazugehöriger Augen-Übung ein, während Omkara im Park ein stilübergreifendes Erproben von Push-Hand anbot. Zum krönenden Abschluss leitete Klemens Speer eine gemeinsame Abschlussübung an, passend zum anfänglichen Bild des inneren Gartens die Übung „Die Lotus-Blume“. Als danach in diesem Kreise dem Geburtstags“kind“ überraschend ein großer, bunter Blumenstrauß überreicht wurde, war wirklich alles abgerundet!
Für diese erfüllenden Tage möchte ich meinen herzlichen Dank aussprechen an alle Referent*innen für ihre Vorträge und Workshops, aber auch allen Teilnehmenden, die mit ihrer offenen, freundlichen und neugierigen Grundhaltung wesentlich zur Atmosphäre des Treffens beigetragen haben. Der Umgang insgesamt war immer wertschätzend und respektvoll und stets getragen vom gemeinsamen Interesse an den Bewegungskünsten und den philosophischen Grundlagen.
Besonderer Dank gilt auch dem Vorstand des DDQT und dem Organisationsteam, die das Grundkonzept erarbeitet und umgesetzt haben und während der Tage Ansprechpartner*innen für sämtliche organisatorischen und sonstigen Fragen waren.
Ich kann nur jedem, der Interesse daran hat, einen eigenen Garten anzulegen oder einen bereits existierenden Garten zu erweitern, die Teilnahme am nächsten Verbandstreffen oder anderen DDQT-Veranstaltungen ans Herz legen. Dies gilt für alle Mitglieder, aber auch für Nicht-Mitglieder und solche, die es werden wollen.

Sarah Kullik
Verfasserin
Systemische Therapie und Beratung (DGSF)
Qigong und Taijichuan Kursleiterin (DDQT)
Lehrerin (Sek II)
ich hatte ein tolles Wochenende mit vielen interessanten Begegnungen und Workshops. Trotz (oder wegen?) der vielen verschiedenen Stiele, Spielarten und Erfahrungsstufen herrschte eine herzliche, offene und respektvolle Atmosphäre, in der man sich gleich willkommen gefühlt hat – und das Ganze auf hohem fachlichen Niveau.
Eine sehr gelungene, gut organisierte Veranstaltung mit vielen interessanten Workshopsund Vorträgen. Dabei blieb auch genügend Zeit zum inspirierenden, fachlichen Austausch mit „alten“ und neuen Kollegen:innen. Hat mich sehr gefreut euch alle wiederzusehen!
Organisation: Die Veranstaltung war hervorragend organisiert. Das Abendessen war sehr gut – sowohl geschmacklich als auch in Bezug auf die Menge reichlich.
Referentinnen und Referenten: Die Vorträge und Workshops waren gut vorbereitet. Die Inhalte wurden verständlich, nachvollziehbar und interessant vermittelt.
Veranstaltungsort: Die Location und die Räumlichkeiten waren sehr gut gewählt. Katja und Claudia waren jederzeit freundlich und hilfsbereit. Der Veranstaltungsort ist uneingeschränkt zu empfehlen – auch für zukünftige Treffen – und zudem verkehrstechnisch sehr gut zu erreichen.
Nochmals vielen Dank für Euren Einsatz und das gelungene Treffen!
Ein wirklich gelungenes Treffen, um zu netzwerken, bekannte Gesichter zu treffen, Freundschaften zu schließen. Darüber hinaus eine geballte Ansammlung jahrzehntelanger Erfahrungen und gereifter Kompetenzen. Meine Erwartungen wurden mehr als übertroffen. Vielen Dank für die Organisation!
Für mich war es eine sehr gelungene Veranstaltung. Die vielen spannenden Vorträge auf wirklich hohem Niveau, die ich leider nicht alle sehen konnte, aber auch der persönliche Austausch in den Pausen und am Abend waren eine große Bereicherung und ich werde mich sicherlich noch lange daran mit Freude erinnern.
…das Verbandstreffen war eine schöne Erfahrung: alle Menschen mit denen ich in Kontakt kam waren natürlich, offen und wohlwollend. Die herzliche Stimmung war tragendes Element in den Workshops und in den Pausen: freudiges Miteinander gepaart mit neugierigem Zuhören, Ausprobieren und Lernen.
Herzlichen Dank an alle die dabei waren!