Gestaltungstag: „Ausbildungsordnung“

Der erste Montag im neuen Jahr diente den Mitgliedern und Gütesiegelträger*innen als Gestaltungstag zur Diskussion und Finalisierung des Entwurfes der DDQT-Ausbildungsordnung.

Anwesend waren Mitglieder, Vertreter*innen des Taiji Quan- und des Qigong Ausschusses sowie vier Vorstandsmitglieder.

Arbeitsgrundlage

Die Arbeitsgrundlage der Veranstaltung ist der Entwurf der Ausbildungsordnung. Dieser Entwurf erreichte seine Reife im vergangenen Jahr und stand seit Herbst 2018 im internen Bereich von www.ddqt.de allen Mitgliedern und Gütesiegelträger*innen zur Ansicht, zum Austausch, zum feed-back und zur Ergänzung zur Verfügung. Darüber hinaus ist das Dokument als pdf-Datei in alle berechtigten Verteiler versandt worden.

Stellenwert

Ein Impuls-Referat zu Aufgaben und Stellenwert des DDQT als Fachorganisation informiert über einen der probaten Wege in Deutschland eine Tätigkeit zu einem Beruf zu entwickeln.

Eine Ausbildungsordnung, für die Außenperspektive gesellschaftlicher Institutionen aussagekräftig und lesbar, spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Ihre Inhalte müssen dabei zum einen aus der Expertise der Fachleute genährt sein und deren Interessen umfassen. Im Idealfall geschieht dann, im Organismus von Vertreter*innen der Disziplinen, deren Curricula, den 2003 gemeinsam verfassten Ausbildungsleitlinien und schließlich der Ausbildungsordnung, ein fruchtbarer Austausch.

Resonanz

Die Teilnehmer*innen unterstreichen eingangs die Notwendigkeit unmissverständlich zu kommunizieren, dass alle bis dato anerkannten Qualifikationen ihre Gültigkeit behalten und eine Übergangszeit von zwei Jahren sicherzustellen, damit laufende und in diesem Jahr beginnende Ausbildungsgänge erkennbar anerkannte Abschlüsse bedeuten.

Im Wesentlichen loben die Teilnehmer*innen die Ausbildungsordnung als gelungen und erkennen an, dass sie bei aller Struktur ausreichend Spielraum für unterschiedliche Ausbildungskonzepte lässt.

Sammlung Diskussionspunkte

Der gemeinsamen Lesung des Entwurfes geht die Sammlung von dreizehn strittigen Themen, konkreten Änderungswünschen, Nachfragen und Ergänzungen voraus.

Zum Ende der Veranstaltung ist es den engagierten Diskussionsteilnehmer*innen gelungen die Sammlung zu diskutieren, Hintergründe und Motivationen verständlich zu machen, zu ergänzen, umzuformulieren und Kompromisse für einzelne Punkte zu finden.

Einige Beispiele:

Beispiel: Stundenverteilung in den Kerncurricula

Klärung bedurfte hier insbesondere die Zuordnung der Stunden in den Tabellen: Kerncurriculum Kursleiter*in. Alle Stundenangaben setzen voraus, dass die Fachkompetenzen überwiegend erworben werden in dem Fachinhalte anhand der praktizierten Disziplin vermittelt und verknüpft werden. Die Vermittlung von Theorie und Hintergrundinformationen flankiert das motorische Lernen. Nur unter dieser Voraussetzung ist die Stundenverteilung eine vertretbare Mindestanforderung.

Beispiel: „Trainingsreise nach China“

In dem Passus: C.  Ausbildung und Anerkennung: Ausbilder*in findet sich die Anforderung nach  „mindestens 1 Trainingsaufenthalt in China“. Hier formuliert das Plenum um zu: „mindestens 1 Aufenthalt in der Ursprungsregion (China, Taiwan, Korea, Vietnam, …)“ Die Motivation für diese Anforderung begründet sich darin in Deutschland tradierte Informationen, Interpretationen, Projektionen zu ergänzen durch jeweils eigene Erfahrungen mit der Herkunftskultur vor Ort und heute. Damit soll eine persönliche und möglichst realitätsnahe Verbindung zu den Disziplinen und deren kulturellen Kontext gefördert werden.a

Beispiel: „DDQT-Seminar“

Es wird erläutert, dass die Inhalte der „DDQT-Seminare“ allen Teilnehmer*innen von Kursleiter*innenausbildungen Informationen und Kompetenzen vermitteln sollen zu folgenden Themenkomplexen:

  • „Kurse geben“ – freiberuflich, nebenberuflich, hauptberuflich? (Haftpflichtversicherung, Steuerliches, Gesetzliches, berufliche Anschluss/Anerkennungsmöglichkeiten…)
  • „ZPP“ – aktuelle Informationen und Handwerkszeug
  • „DDQT“ – aktuelle Informationen und Partizipation
  • „Networking“ – Kennenlernen und Austausch von und zwischen Menschen, Formen, Stilen, Disziplinen

Die Integration dieser 12 Stunden in die Ausbildungs-Curriciula bergen ein großes Potenzial an Chancen für die zukünftige Generation Lehrender. Die überbetriebliche und gemeinschaftliche Behandlung und Klärung der genannten Themen schafft zudem Zeit und Raum sich in allen anderen Ausbildungsterminen fachspezifisch zu konzentrieren.

Ein Pilot-Seminar ist in der Planung. Das Konzept sieht bisher vor nachmittags zu beginnen und nach dem Mittagessen des Folgetages zu enden.

Und nun?

Die Ergebnisse des Gestaltungstages werden nun in den Entwurf eingepflegt, die verhandelten Änderungen und Ergänzungen vorgenommen. Mit der Einladung zur JHV am 30. März 2019 erhalten alle DDQT-Mitglieder die nun finalisierte Fassung der Ausbildungsordnung verbunden mit der Bitte, sich intensiv einzuarbeiten, damit das Plenum verantwortlich darüber abstimmen kann.

Ausblick

Verabschiedet die JHV die Ausbildungsordnung im März 2019, bietet das Zeitfenster der Übergangsfrist bis zum Jahresende 2021 viel Raum für die ausbildenden Institute, um die eigenen Konzepte anzupassen und um sich inspirieren zu lassen.

Autorin: Angela Menzel

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